Referenzprojekt · RR Donnelley Partnerschaft
PNX Software ist seit einem Jahrzehnt der bevorzugte Lieferant von RR Donnelley und erbringt seit zehn Jahren erstklassige Services in der Systemsoftwareentwicklung. Für die Asien-Region haben wir integrierte Lösungen implementiert, die von Prepress-Medien über digitales Produktionsmanagement bis hin zur Auftragsabwicklung reichen. Damit haben wir ein umfassendes digitales Management-Ökosystem etabliert, das den gesamten Lebenszyklus vom Kunden bis zur Auslieferung abdeckt.
Kundenprofil: Globaler Druckgigant
RR Donnelley, gegründet 1864, hat sich in über 160 Jahren zum weltweit zweitgrößten kommerziellen Druckunternehmen entwickelt, mit einem Jahresumsatz von über 5 Milliarden US-Dollar. Als zentraler Bestandteil seiner globalen Strategie betreibt die Asien-Region 8 große Produktionsstandorte in China und Indien und bedient mehr als ein Dutzend Branchen, darunter Verlagswesen, Unterhaltungselektronik, Finanzen, Einzelhandel und Pharmazie.
Historisches Erbe
- Gegründet 1864 in Chicago; war offizieller Drucker für die Weltausstellung in Chicago 1933 und erneut für die Weltausstellung in Shanghai 2010.
- 2009 an der NASDAQ Global Select Market notiert (Ticker: RRD); beschäftigt derzeit weltweit rund 32.000 Mitarbeiter.
- Gilt neben Quebecor (Kanada) und Dai Nippon Printing (Japan) als eines der weltweiten „Big Four“ der Druckindustrie.
Präsenz in Asien
- Eintritt in den chinesischen Markt 1993, Produktionsaufnahme im Werk Shenzhen 1994. Derzeit betreibt das Unternehmen 7 Fabriken in China (Shenzhen, Shanghai, Beijing, Dongguan Liaobu, Dongguan Humen, Chengdu, Suzhou).
- Einrichtung von 5 Prepress-Medienzentren (Shanghai, Shenzhen, Beijing, Dongguan Liaobu, Guangzhou) sowie 3 Zentren für Neuproduktentwicklung.
- Das Dienstleistungsnetzwerk erstreckt sich auf Hongkong und Taipeh; 1 Fabrik in Indien – damit ergibt sich ein umfassendes Produktionskapazitätslayout im asiatisch-pazifischen Raum.
Geschäftsumfang
- Die Asien-Region erzielt einen Jahresumsatz von etwa 640 Millionen US-Dollar bei rund 9.000 Mitarbeitern und belegt damit den ersten Platz unter Chinas Top-100-Druckunternehmen.
- Das Geschäft erstreckt sich über mehr als ein Dutzend Branchen, darunter Verlagswesen, Unterhaltungselektronik, Finanzen, Einzelhandel, Automobil, Pharmazie und Kosmetik.
- RR Donnelley bedient ein breites Kundenspektrum, darunter Einzelhandelsriesen wie CVS, Home Depot und Kroger sowie Mode- und Kosmetikmarken wie NIKE, BURBERRY, FANCL, ONLY und Macy's.
Geschäftliche Herausforderungen: Schmerzpunkte der digitalen Transformation
Im Betrieb von 8 großen Produktionsstandorten in Asien, die über ein Dutzend Branchen bedienen, steht RR Donnelley vor drei zentralen Herausforderungen: der Effizienz der standortübergreifenden Zusammenarbeit, dem Digitalisierungsgrad im Prepress-Medienbereich und der Reaktionsgeschwindigkeit der Lieferkette. Da die Kundennachfrage nach personalisiertem Druck und kurzen Lieferzyklen kontinuierlich steigt, erfordert das traditionelle, stark auf manuelle Erfahrung angewiesene Prepress-Verarbeitungsmodell sowie das fragmentierte Lieferkettenmanagementsystem dringend eine systematische Modernisierung.
Herausforderungen im Betriebsmanagement
- Komplexe Koordination mehrerer Werke:Die Auftragszuweisung, Kapazitätsplanung und Bestandsverwaltung über sieben Werke in China hinweg stützen sich nach wie vor auf traditionelle Methoden, was noch Raum für eine effizientere Zusammenarbeit lässt.
- Engpass in der Vorstufen-Medienbearbeitung:Bei Aufgaben mit hohem Volumen wie hochpräzisem Scannen, Farbmanagement und Dateilayout stößt die manuelle Bearbeitung an ihre Grenzen, was Effizienz und Standardisierung beeinträchtigt.
- Mangelnde Reaktionsfähigkeit der Lieferkette:Angesichts der wachsenden Kundennachfrage nach Aufträgen mit kurzen Vorlaufzeiten und schnellen Durchlaufzeiten ist die Reaktionskette vom Auftragseingang bis zur Produktion zu lang; es bedarf einer systematischen Unterstützung, um flexible Produktionsfähigkeiten zu ermöglichen.
Herausforderungen der technischen Systeme
- System-Silos:Jedes Werk und jede Produktionsstufe arbeitet mit eigenständigen Systemen, was den Echtzeit-Datenaustausch erschwert und Informationssilos schafft, die die Effizienz der Entscheidungsfindung beeinträchtigen.
- Schwierigkeiten bei der Prozessstandardisierung:Deutliche Abweichungen in den Produktionsabläufen zwischen verschiedenen Werken und Produktlinien sowie das Fehlen einheitlicher digitaler Standards und einer Prozess-Wissensdatenbank.
- Qualitätsrückverfolgbarkeitssystem:Gegenüber anspruchsvollen Verpackungskunden in Branchen wie Pharma und Lebensmittel besteht die Notwendigkeit, ein umfassendes Qualitätsrückverfolgbarkeitssystem über den gesamten Produktlebenszyklus aufzubauen.
Lösung: Gesamtüberblick über die Systemimplementierung
Wir haben für RR Donnelley Asia eine systematische Lösung implementiert, die drei Kernbereiche abdeckt – Prepress-Medien, digitales Druckproduktionsmanagement und Auftragsabwicklung – und damit ein durchgängiges digitales Managementsystem vom Kundenauftragseingang bis zur Produktauslieferung aufgebaut.

Prepress-Medienzentrum-System
- Implementierung einer automatisierten Prepress-Verarbeitungsplattform, die den gesamten Workflow von hochpräzisem Scannen, Farbmanagement, Designlayout und Dateiverwaltung abdeckt und damit die traditionellen manuellen Verarbeitungsmodelle ersetzt.
- Aufbau einer standardisierten Farbmanagement-Datenbank zur Gewährleistung der Farbkonsistenz über mehrere Werke hinweg (u. a. Shenzhen, Shanghai, Peking) und zur Steigerung der standortübergreifenden Koordinationseffizienz.
- Einsatz von Dateiversionsverwaltung und intelligenten Korrekturlesesystemen zur Reduzierung von Nacharbeiten durch Prepress-Fehler und zur Verkürzung des Prepress-Verarbeitungszyklus.

Produktionsmanagement-Kooperationsplattform
- Aufbau eines standortübergreifenden Produktionskooperationssystems, das eine kapazitätsbezogene Visualisierung über 7 Werke in China hinweg (darunter Shenzhen, Shanghai, Peking und Dongguan) ermöglicht.
- Implementierung eines intelligenten Planungsmoduls, das Produktionspläne automatisch auf Basis von Auftragspriorität, Anlagenstatus und Materialbeständen optimiert und so die Anlagenauslastung verbessert.
- Einrichtung einer Prozesswissensdatenbank und eines standardisierten Workflowsystems, das 160 Jahre Druckerfahrung in wiederverwendbare digitale Prozessstandards überführt.

Auftragsabwicklungssystem
- Automatisierte Verarbeitung digitaler Assets in Drucksteuerungssoftware, mit Echtzeit-Auftragstransparenz und Alarmfunktionen zur Optimierung der Auftragsabwicklungseffizienz.
- Integration mit SAP- und Oracle-Systemen, die Aufträge, Produkte, Logistik und Lieferung abdeckt, mit effizienter Automatisierung von Auftrags- und Nutzerdaten sowie zugehörigen Daten.
- Einsatz eines professionellen Digital-Asset-Management-Systems für die Verwaltung und Übertragung großer digitaler Dateien, das automatisierte Workflows über alle beteiligten Abteilungen hinweg ermöglicht – von Kunden über Design und Werkstatt bis hin zur Produktion.
Umsetzungsweg: Strategie für die schrittweise Einführung (Phased Rollout)
Phase 1: Analyse & Konzeption (3 Monate)
- Durchführung einer detaillierten Geschäftsanalyse an 8 Produktionsstandorten mit über 200 befragten Schlüsselpersonen.
- Erstellung eines Systemarchitektur‑Konzepts, das die drei Hauptbereiche Prepress, Produktion und Logistik abdeckt.
- Einrichtung der Pilotumgebung im Werk Shenzhen und Erstellung eines umsetzungsfähigen Implementierungsplans.
Phase 2: Pilotimplementierung (6 Monate)
- Bereitstellung und Datenmigration der Systeme für Prepress, Produktion und Logistik im Werk Shenzhen.
- Durchführung eines zweimonatigen Parallelbetriebs zur Validierung und Sicherstellung eines reibungslosen Übergangs vom alten zum neuen System.
- Zusammenstellung standardisierter Implementierungsvorlagen und Betriebshandbücher zur Vorbereitung der breiteren Ausrollung.
Phase 3: Vollständiger Rollout (9 Monate)
- Ausrollung des Systems auf die Werke in Shanghai, Peking, Dongguan, Chengdu, Suzhou und Indien – nach dem Prinzip „zunächst Inland, dann Ausland“.
- Einrichtung regionaler Implementierungsteams, um die Konsistenz der Implementierungsqualität sicherzustellen.
- Abschluss der Datenintegration über die gesamte Region hinweg und Inbetriebnahme der standortübergreifenden Kollaborationsplattform für den asiatischen Raum.
Das Projekt verfolgte eine dreiphasige Strategie – „Analyse & Konzeption – Pilotvalidierung – Vollständiger Rollout“ – und schloss die Systembereitstellung an 8 Produktionsstandorten in Asien innerhalb von 18 Monaten ab. Der sechsmonatige Pilotbetrieb im Werk Shenzhen lieferte standardisierte Implementierungsvorlagen, die anschließend schnell auf die anderen 7 Werke übertragen wurden.

Implementierungsergebnisse: Quantifizierter Mehrwert
Durch das Gesamtsystem und das digitale Asset-Management erzielte RR Donnelley Asia signifikante Ergebnisse: Die Effizienz der Prepress-Verarbeitung stieg um 40%, die Produktionsplanungseffizienz verbesserte sich um 35% und der Lagerumschlag erhöhte sich um 25%. Der Anteil standortübergreifender Kollaborationsaufträge wuchs von 15% auf 40%, während die Prepress-Fehlerquote um 60% sank. Darüber hinaus wurde die automatisierte Verarbeitung und Verwaltung von Fremdaufträgen realisiert. Diese Ergebnisse belegen eindrucksvoll den Wert digitaler Systeme für den standortübergreifenden Kooperationsbetrieb in einem großen Druckkonzern.
Vergleich der Verbesserung wichtiger Effizienzkennzahlen (%)

▲ Quelle: Geschäftsbericht der Asien-Region von RR Donnelley
Kundennutzen: Strategische Mehrwerte auf tieferer Ebene
Die Systemimplementierung brachte RR Donnelley nicht nur unmittelbare betriebliche Effizienzsteigerungen, sondern schuf auch drei zentrale strategische Fähigkeiten: den Aufbau eines reproduzierbaren Modells für den digitalen Fabrikaufbau zur Unterstützung künftiger M&A-Integrationen; die digitale Bewahrung und Weitergabe von 160 Jahren Druckprozesswissen; sowie den Aufbau flexibler Produktionskapazitäten, die die Reaktionsfähigkeit auf Kurzlieferzeit- und Eilaufträge im High-End-Verpackungsmarkt erheblich verbessern und damit die führende Marktposition des Unternehmens festigen.
Fähigkeit zur Betriebsstandardisierung
- Standardisierungssystem: Aufbau eines digitalen Betriebsstandardsystems, das 8 asiatische Werke umfasst und damit ein direkt übertragbares Implementierungstemplate für künftige Neubauten oder M&A-Integrationen bereitstellt.
- Informationsintegration: Beseitigung von Informationssilos zwischen den Werken durch systematische Datenintegration, wodurch eine echte kollaborative Betriebsführung auf Konzernebene ermöglicht wird.
- Echtzeit-Entscheidungsfindung: Aufbau eines Echtzeit-Daten-Cockpits, das dem Management eine jederzeitige Überwachung von Kapazität, Lagerbeständen und Lieferstatus über alle Werke hinweg erlaubt und die Entscheidungsreaktionsfähigkeit beschleunigt.
Wissensbewahrung & -weitergabe
- Prozessdigitalisierung: Überführung des zuvor über erfahrene Mitarbeiter verteilten Druckprozesswissens in eine systematische digitale Prozessdatenbank, wodurch die Abhängigkeit von Einzelexpertise verringert wird.
- Qualitätskonsistenz: Aufbau von Datenbanken für zentrale Prozessparameter wie Farbmanagement und Qualitätskontrolle, um produktübergreifende und chargeübergreifende Konsistenz zu gewährleisten.
- Talententwicklung: Erstellung standardisierter Betriebsanweisungen und Schulungssysteme, die die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeiter um 30 % verkürzen und die Talentpipeline stärken.
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
- Flexible Produktion: Deutliche Verbesserung der flexiblen Produktionskapazitäten, wodurch mehr Kurzlieferzeit-, Eil- und individualisierte/kundenspezifische Aufträge übernommen werden können – mit Ausweitung des wertschöpfungsintensiven Geschäfts.
- Premium-Markt: Schnelle Erfüllung der strengen Qualitätsrückverfolgbarkeitsanforderungen von Premium-Branchen wie Pharmazie, Lebensmittel und Kosmetik, wodurch der Marktanteil im High-End-Verpackungssegment ausgebaut wird.
- Kundenbindung: Durch die Optimierung der Lieferkettenzusammenarbeit erhalten Kunden integrierte One-Stop-Kommunikationslösungen vom Design bis zur Auslieferung, was die Kundenloyalität stärkt.
Erfahrungen und Lehren: Zentrale Erfolgsfaktoren
Der Erfolg des RR-Donnelley-Projekts wurde durch vier Schlüsselfaktoren ermöglicht: das anhaltende Engagement und die Ressourcenbereitstellung durch die Unternehmensführung, eine robuste Implementierungsstrategie nach dem Prinzip „Pilotieren – Validieren – Ausrollen“, ein gemeinsames Team-Modell, das Fachwissen aus den Bereichen Business und Technik tief integriert, sowie ein systematisches Change-Management mit umfassender Benutzerschulung. Diese Erfahrungen liefern einen übertragbaren Implementierungsweg für die digitale Transformation großer multinationaler Produktionsunternehmen.
Faktoren des Projektmanagements
- Gesichertes, anhaltendes Engagement der Geschäftsleitung von RR Donnelley Asia; Einrichtung eines Lenkungsausschusses auf Führungsebene aus beiden Parteien, um eine effiziente Entscheidungsfindung bei kritischen Fragen zu gewährleisten.
- Anwendung des Modells „Pilotwerk – erprobter Rollout“: Mit einem sechsmonatigen Pilotbetrieb im Werk Shenzhen wurde die Lösungsfähigkeit validiert und das Risiko bei der vollständigen Ausrollung effektiv kontrolliert.
- Einrichtung regionaler Implementierungsteams in allen 8 Werken mit eigenen Projektverantwortlichen vor Ort, um Implementierungsqualität und Termintreue sicherzustellen.
Faktoren des Veränderungsmanagements
- Durchführung von gestaffelten und rollenspezifischen Benutzerschulungen mit unterschiedlichen Inhalten und Formaten für Führungskräfte, Schlüsselanwender und operative Mitarbeiter vor Ort.
- Einrichtung eines „System-Botschafter“-Mechanismus zur Ausbildung interner Experten in jedem Werk, um langfristige Systemoptimierungs- und Wissenstransferfähigkeiten aufzubauen.
- Priorisierung der Benutzererfahrung durch kontinuierliche Iteration der Systemfunktionen basierend auf dem Feedback der operativen Mitarbeiter, um die Akzeptanz und das Engagement der Anwender zu verbessern.
Faktoren der technischen Umsetzung
- Befolgung des Prinzips „Business-getrieben, Technologie-ermöglichend“; die Implementierungsteams bestanden zu gleichen Teilen aus Fachexperten und technischen Spezialisten (Verhältnis 1:1), um sicherzustellen, dass das System eng an den tatsächlichen Geschäftsanforderungen ausgerichtet ist.
- Festlegung einheitlicher Datenstandards und Schnittstellenspezifikationen, um die Datenintegration über die Systeme für Prepress, Produktion und Logistik sowie mit den Altsystemen zu gewährleisten.
- Anwendung einer schrittweisen Datenmigrationsstrategie, die die Integrität historischer Daten bewahrte und sicherstellte, dass die Geschäftskontinuität nicht beeinträchtigt wurde.